7 Tipps für einen entspannten Flug* Reisen ohne Angst

Keine Angst im Flugzeug

Vor eineinhalb Jahren hat es mich mal wieder grandios erwischt. Ich saß im Flugzeug auf dem Heimweg von Portugal und sollte eigentlich in Erinnerungen an die zwei tollen Monate, die hinter mir lagen, schwelgen. Stattdessen verbrachte ich drei Stunden damit, zu beten, dass ich nicht sterben würde. Im Rückblick weiß ich jetzt, was damals falsch gelaufen ist. Was ich daraus gelernt habe, möchte ich heute mit dir teilen. Damit du deinen Urlaub entspannt antreten und auch genauso entspannt wieder zuhause ankommen kannst. 

 

1. Essen und Trinken

Das ist für mich das A und O. Wenn mein Magen leer ist, neige ich generell dazu, flatterig und zittrig zu werden. Da ist es für den Kopf ein Leichtes, auf Alarmmodus zu schalten und die Panikattacke ist schneller da, als ich „Scheiße“ denken kann. Auch wenn es im Flugzeug oft kleine Snacks und Mahlzeiten auf längeren Strecken gibt, rate ich dir darauf zu achten, dass dein Magen bereits vor Flugantritt gefüllt ist. Auch ist es gut, vorab genug zu trinken. So kannst du mit einem zufriedenen und entspannten Körper ins Flugzeug steigen.

2. Genügend Schlaf

Nach Möglichkeit versuche ich den Termin des Fluges so zu wählen, dass ich nicht zu einer Uhrzeit am Flughafen antanzen muss, zu der ich im Normalfall noch oder schon schlafen würde. Außerdem versuche ich am Vorabend früher ins Bett zu kommen, um meine Reise so ausgeschlafen wie möglich anzutreten.

3. Kopfhörer nicht vergessen

In meinem letzten Artikel habe ich dir ja bereits erzählt, dass ich mit Musik die Welt um mich herum einfach mal ausschalten kann. Ich will ehrlich sein, fliegen ist für mich derzeit einfach noch eine absolute Stresssituation – Achtung Trigger – zu viele Menschen in einem zu kleinen Raum, aus dem ich für eine gewisse Zeit einfach nicht aussteigen kann, wann ich möchte. Deshalb dürfen gerade hier meine Kopfhörer nicht fehlen. Auf mein Handy habe ich jede Menge Musik gepackt, die mich entspannt und mich für diesen Zeitraum in eine andere Welt schlüpfen lässt. Auch findet sich die eine oder andere Meditation darauf, zum Beispiel von Mojo Di. Ist der Gehörsinn erstmal von diesem Umfeld abgekapselt, fällt es mir um ein Vielfaches leichter, mich zu entspannen.

4. Einatmen, Ausatmen, Wiederholen

Unser Atem beeinflusst nicht nur unseren Körper, sondern auch unsere Gedanken. Versuche zu beobachten, wie dein Atem auf Stresssituationen reagiert – und dann kehre das Ganze um. Atme möglichst tief durch die Nase ein und zähle dabei innerlich bis vier. Atme langsam und gleichmäßig wieder aus und zähle dabei bis acht. Wiederhole dies ein paar Minuten lang und du wirst merken, wie sich dein Körper von ganz alleine wieder entspannt und wie du deinen Gedanken die Hummeln aus dem Hintern ziehst.

5. Teile dich mit

Damit meine ich nicht, dass du durchs ganze Flugzeug brüllen sollst, dass du jetzt gleich sterben wirst – ich denke, das könnte eher kontraproduktiv sein. Ich will dir damit sagen, dass es äußerst beruhigend sein kann, zu wissen, dass jemand über deine Situation Bescheid weiß. Wenn du nicht allein reist, dann weihe deinen Reisepartner vorab ein, sollte er es nicht sowieso schon wissen. Sag ihm vielleicht auch, wie er am besten mit dir umgehen soll, wie er dich beruhigen kann. Wenn du allein reist, dann sprich kurz mit einer Stewardess darüber, auch wenn das komisch sein mag. Versuch vielleicht auch abzuklären, ob es möglich wäre einen Platz in einer leeren Sitzreihe zu bekommen, sollte dich eine Panikattacke überkommen. Allein der Gedanke daran, dass es Hilfe gibt, beruhigt enorm.

6. Das Notfallpaket

Egal wo ich hingehe, ich habe immer mein kleines Notfallpaket dabei. In diesem finden sich jegliche Medikamente, die mir in Akutsituationen helfen – natürlich alle rein pflanzlich. Daneben habe ich immer ein paar kleine Bilder dabei, die mich beruhigen und Zettelchen mit Sprüchen, die mich wieder auf das Wesentliche fokussieren. Meist hilft schon allein der Gedanke daran, dass ich die kleine Tasche bei mir habe, brauchen tue ich sie zum Glück nur noch selten.

Das befindet sich in meinem Notfallpaket*:
Wenn ich mich schwach und zittrig fühle: Dr. Doskar Herz- und Kreislauftropfen
Bei Übelkeit und nervösem Magen: Globuli Nux Vomica D6
Beruhigender Duft: Teebaumöl
Bei Kopf- und Bauchschmerzen: Globuli Belladonna D6
Gegen Reiseübelkeit: Similasan Reisetabletten
Bei akuter Panikattacke: Aconitum D30


7. Kommuniziere mit der Angst

So komisch sich das anhören mag: Wenn mich die Angst überkommt und alles andere nicht mehr hilft, rede ich innerlich mit ihr. Oft reicht es, sie einzuladen, sie dazu zu ermuntern, alles zu geben, was in ihr steckt. So paradox das auch klingen mag, diese Einladung nimmt der Angst den Wind aus den Segeln, da man sich so gedanklich über sie stellt und nicht mehr in die Opferrolle schlüpft. Ich habe das mal in einem Ratgeber gelesen und den Autor auch augenblicklich für verrückt erklärt, doch nach einem Selbstversuch musste ich feststellen, dass es bei mir tatsächlich funktioniert.

Was hilft dir, dich auf Reisen zu entspannen? Hast du für dich bereits einige Tricks entdeckt und entwickelt? Lass es mich wissen, ich bin gespannt!

 

*Hinweis: Die Arzneimittel in dieser Liste sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Es kann sein, dass v.a. die Globuli in anderen Potenzen verschreibungspflichtig sind. Ziehe dazu am besten einen Arzt zu Rate.

Bild: Unsplash - Freddy Castro
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Sabrina

Sabrina

Sabrina ist Yogalehrerin, Autorin und das Gesicht hinter » Mutwärts «. Sie liebt es, sich kreativ auszutoben, unvergessliche Momente in Bildern und Texten lebendig werden zu lassen und im Herzen der Natur zu leben. Das Thema » Angst « nahm in den letzten Jahren einen wesentlichen Platz in ihrem Leben ein. Wie sie damit umgeht und ihre Grenzen durchbricht möchte sie mit dir auf diesem Blog teilen.
Sabrina

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4 Kommentare

  1. Ich habe keine Flugangst, aber ich finde Langstreckenflüge trotzdem nicht den Knaller. Ich schliesse deshalb immer einen Pakt mit mir, indem ich mir sage: Jetzt bin ich einfach ein paar Stunden in dem Flugzeug und es wird nicht gemotzt. Ja, ist unbequem. Ja, ist lang. Ja, ist laut. Ja, macht Rückenschmerzen. Aber so what? Wer reisen will, muss eben leiden 😀

    Ich versuche einfach immer so viel wie nur geht zu schlafen. Dafür hab ich immer ein Nackenhörnchen, eine Augenbinde und Kopfhörer/iPod im Gepäck und organisiere mir eine Decke.

    Und wenn ich zwischenlande… mache ich Yoga am Flughafen, aber über das Thema hatten wir ja auch schon mal gesprochen 🙂

    Liebe Grüsse
    Katharina

    1. Oh ja, schlafen ist auch immer eine gute Lösung – wenns denn klappt 😀 bei den Langstreckenflügen kann ich gar nicht mitreden, da hab ich mich noch nicht dazu durchringen können 😀 aber wenn, dann gibts dann bestimmt auch Yoga am Flughafen 🙂

  2. Oh man, genau so geht’s mir immer. Und ich hab eine Zeitlang im Ausland gelebt und bin viel hin und her geflogen.
    Mir war’s auch immer ganz wichtig genug Schlaf und Essen abzubekommen.
    Aber seit dem versuche ich’s einfach zu meiden und fahre lieber tagelang mit dem Auto 🙂

    Ich find’s schön, dass du hier die Angst thematisierst, das passiert leider wirklich zu wenig.

    Liebe Grüße,
    Lisi

    1. Vielen lieben Dank, Lisi.

      Diese Vermeidungstaktik beherrsche ich auch wie ein Meister 🙂 aber ich merke immer öfter, dass dadurch die Angst und diese Barriere im Kopf nur immer größer wird und ich mich dadurch einfach nur selbst enorm einschränke. So gut es geht, versuche ich also mich trotzdem in solche Situationen zu begeben, das klappt zum Glück wieder immer häufiger 🙂

      Ja da hast du leider recht, genau das ist meine Intention – diesem Thema das „Tabu“ zu nehmen.

      Ich wünsche dir alles Liebe,
      Sabrina

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