Selbstliebe steht dir, Baby!

Es gibt sie, diese Menschen, die die Blicke der sie Umgebenden auf sich ziehen, wenn sie auch nur den Raum betreten. Ihre gute Laune ist oft ansteckender als die Masern, und wenn man in ihrer Nähe ist, fühlt sich die Welt ein kleines bisschen besser an. Sie haben dieses gewisse Strahlen in sich. Und dabei ist es völlig gleichgültig welche Kleidergröße oder wie viel Make-Up sie tragen – man fühlt sich automatisch zu ihnen hingezogen. So geheimnisvoll und vielleicht auch etwas unheimlich uns das manchmal erscheinen mag, so lässt sich dieses Phänomen mit nur einem Wort erklären: Selbstliebe.

Selbstliebe steht dir, Baby!

Hier kommt gleich die nächste gute Nachricht: Jeder von uns hat dieses einzigartige Strahlen in sich. Wir müssen lediglich das Drumherum ein bisschen aufräumen und die Fenster vom Staub befreien, damit es seinen Weg nach draußen findet. Es erfordert vielleicht ein bisschen Arbeit und Zeit, doch am Ende lohnt es sich. Denn stell dir nur einmal vor, was diese Welt für ein wundervoller Ort wäre, würden alle ihr eigenes Strahlen entdecken!

Nun aber wieder zurück zum Thema. Spätestens seit der immer größer werdenden Body Positivity Community ist Selbstliebe in aller Munde und der Begriff bildet die Speerspitze vieler feministischer Bewegungen. Ich möchte mich heute allerdings etwas von der oberflächlichen Betrachtung dieser Materie entfernen und mich der Frage widmen: Warum gehen wir nicht endlich weg von „Wie sehe ich aus?“ und hin zu „Wie fühle ich mich?

Selbstliebe entsteht in dir

In all der Oberflächlichkeit, die uns tagtäglich umgibt, vergessen wir nämlich oft, dass es da noch etwas anderes gibt, fernab unserer körperlichen Hülle. Der Kern von allem, was wir sind. Das, was uns ausmacht und uns von anderen unterscheidet. Unser Wesen, unser Charakter, unser Herz. Und was, wenn nun genau das der Ort ist, an dem wahre Selbstliebe ihren Ursprung findet?

Brich auf, solang du kannst, zum Land des Herzens:
Freude wirst du im Land des Körpers niemals finden.
Rumi

Mit der Selbstliebe ist es vielleicht ein bisschen so, wie mit einem Partner. Anfangs fühlst du dich vermutlich zu der äußeren Erscheinung deines Gegenübers hingezogen. Doch wenn du anfängst, sein wahres Wesen zu erkunden, wird sich zwangsweise auch die Wirkung seines Aussehens auf dich verändern. Menschen, die wir mögen, finden wir schön und anziehend. Diejenigen hingegen, deren Charaktereigenschaften sich weniger mit den unseren vereinbaren lassen, finden wir plötzlich auch äußerlich nicht mehr sonderlich attraktiv. Frage dich, was nun also passiert, wenn du anfängst dich selbst wirklich kennenzulernen und zu lieben?

Worauf ich hinaus will ist: Wenn wir es schaffen, die Schönheit tief in uns drin zu entdecken und nach außen zu tragen, dann kommt die unerschütterliche Liebe zu unserem Körper von ganz allein.

Lerne, dich selbst so zu sehen, wie du von anderen gesehen werden möchtest

Aus meinen persönlichen Erfahrungen und den Beobachtungen, die ich gemacht habe, während ich mich intensiv mit diesem Thema beschäftigt habe, möchte ich dir heute ein paar Tipps mit auf den Weg geben, wie du diese Selbstliebe mehr und mehr in dein Leben holen kannst.

Gehe mit deinem Selbstkritiker hart ins Gericht

Versuche einmal genau zu beobachten, wie du selbst mit dir sprichst. Und frage dich dann, ob du so auch mit deinem Partner oder deiner besten Freundin sprechen würdest.

Ich vermute jetzt einmal frei heraus, dass deine Antwort Nein lauten wird. Bereits unzählige Studien haben nämlich ergeben, dass wir mit uns selbst weitaus kritischer umgehen, als mit Menschen, die uns am Herzen liegen. Sollten wir selbst nicht jedoch der wertvollste Mensch in unserem Leben sein?

Der Weg zur Selbstliebe führt über Selbstmitgefühl. Und das heißt, dass wir unserem inneren Kritiker lieber einmal zu oft als einmal zu wenig den Mund verbieten und ihn in seine Schranken weisen sollten.

Lerne, einen liebevollen Umgang mit dir selbst zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen. Verzeihe dir Fehler, noch während du sie machst – sie sind im Übrigen unsere besten Lehrer. Liebe deine Schwächen und wandle sie in Stärken um.

Stelle dich deinen Ängsten

Angst schränkt uns ein und macht uns klein. Je mehr wir uns von unseren Ängsten begrenzen lassen, desto kleiner wird mit der Zeit der Radius, in dem unser Leben stattfindet.

Tue anfangs mindestens einmal die Woche, und später einmal am Tag, etwas, vor dem du Angst hast. Nimm dich selbst an der Hand und sprich dir Mut zu. Wenn du es einmal geschafft hast, wirst du merken, dass die tiefe Schlucht, die du dir im Vorfeld in deinen Gedanken ausgemalt hast, in Wahrheit nur ein kleiner Riss im Asphalt war, den es zu überwinden galt.

Nicht umsonst heißt es: Das Leben beginnt außerhalb deiner Komfortzone.

Behandle dich selbst so, wie du von anderen behandelt werden möchtest

Die Menschen in unserem Umfeld sind der ehrlichste Spiegel unseres Inneren. Wie können wir erwarten, von anderen geliebt und geschätzt zu werden, wenn wir das selbst nicht tun?

Deshalb gehe so mit dir um, wie du es dir auch von anderen wünscht. Lobe dich, wenn du etwas gut gemacht hast. Schenk dir selbst ein Lächeln, jeden Tag, zu jeder Zeit. Selbst, wenn dir einmal nicht danach ist. Sei geduldig mit dir und erwarte nicht, dass von heute auf morgen ein Wunder geschieht.

Nimm dir regelmäßig Zeit für dich selbst. Ziehe dich vom Alltag zurück und genieße die Einsamkeit, die es dir erlaubt, dich noch besser kennenzulernen.

Befreie dich von dem, was dir nicht gut tut

Dies ist einer der wichtigsten und wohl auch schwierigsten Schritte auf dem Weg zur Selbstliebe. Die Spezies Mensch ist ein Gewohnheitstier und neigt dazu, sich an Situationen, materiellen Dingen und Artgenossen festzuklammern, als hinge ihr Leben davon ab. Dass das aber der direkte Weg ins große Unglück ist, wird uns oft erst klar, wenn es zu spät ist.

Deshalb beobachte einmal ganz genau, in welchen Situationen du dich unwohl fühlst. Oft sind es Angewohnheiten, die sich über die Jahre in unser Leben geschlichen haben und die uns eigentlich nicht gut tun. Oder auch Menschen, deren Energie uns seelisch hinunterzieht, wann immer wir Zeit mit ihnen verbringen.

Versuch dich nach und nach von diesen Dingen zu lösen. Oft geschieht dies auch von ganz allein, sobald du dich nur dazu entscheidest.

Tue deinem Körper Gutes

Und zu guter Letzt sollten wir dennoch auch auf unsere körperliche Hülle nicht vergessen, die unserer Seele ein Zuhause gibt und unserem Herz einen Platz in dieser Welt.

Achte auf eine ausgewogene gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung, am besten an der frischen Luft. Halte dein Näschen auch im Winter regelmäßig in die Sonne, das sorgt für gute Laune. Verwöhne dich selbst mit einem genussvoll verzehrten Stück Kuchen, einem Saunagang oder einer Wellnessbehandlung, ganz ohne Reue.

Mach so viel wie möglich von dem, was dir Spaß und Freude bereitet. Lache, so oft du nur kannst. Und stelle dich Selbst an die erste Stelle in deinem Leben.

Wenn es dir gut geht, du im Reinen mit dir bist und dich selbst lieben kannst, dann wirst du das auch ausstrahlen. Und machst so deine eigene und die Welt derer, denen du begegnest, zu einem schöneren Ort.

Find your light and shine it bright, baby!
 

Selbstliebe - Pin it!

Sabrina

Sabrina

Sabrina ist Yogalehrerin, Autorin und das Gesicht hinter » Mutwärts «. Sie liebt es, sich kreativ auszutoben, unvergessliche Momente in Bildern und Texten lebendig werden zu lassen und im Herzen der Natur zu leben. Das Thema » Angst « nahm in den letzten Jahren einen wesentlichen Platz in ihrem Leben ein. Wie sie damit umgeht und ihre Grenzen durchbricht möchte sie mit dir auf diesem Blog teilen.
Sabrina

Das könnte dich auch interessieren

4 Kommentare

  1. Liebe Sabrina,

    der Beitrag ist dir sehr gut gelungen! Selbstliebe ist nicht immer so einfach und ein längerer Prozess, für welchen man Geduld braucht! Alles Gute weiterhin.

    Liebe Grüße
    Marie

    1. Danke dir, liebe Marie! Ja, da gebe ich dir vollkommen recht. Doch der Weg lohnt sich 🙂

      Alles Liebe,
      Sabrina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.