Mind full or mindfull? Für mehr Achtsamkeit in deiner Yogapraxis

Mindful or Mind Full?

Man möchte meinen, ich als Yogalehrer sollte wissen, wie es geht. Ich sollte bereits gelernt haben, auf meinen Körper zu hören, Grenzen als solche zu erkennen und diese nicht zu überschreiten. Man möchte meinen, ich wüsste es besser. Doch der heutige Tag hat mir wieder einmal mehr als deutlich gezeigt, dass dem nicht so ist. Yoga ist ein Weg, eine Praxis. Es hat keinen Anfang und vor allem kein Ende. Man lernt nie aus. Ich habe eine Weile überlegt, ob ich das hier überhaupt mit dir teilen soll, doch ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich es sogar muss. Es soll ein kleiner Aufruf sein, ein Wachrüttler, eine Erinnerung an die Achtsamkeit. Das, worum es beim Yoga geht.

Wie oft kommt aus meinem eigenen Mund der Satz: „Achte auf dich, auf deinen Körper. Mach das, was dir gut tut, erkenne deine Grenzen und überschreite diese nicht.“ Und nun ist es mir selbst passiert. Ich habe die Signale meines Körpers überhört, war mit meinem Kopf nicht bei der Sache, ich war unachtsam: Als ich mich heute Morgen gerade in den Schulterstand hochschwinge kracht es mit einer solch unüberhörbaren Grausamkeit in meinem Nacken, dass ich im ersten Moment fast geschockt bin. Was war das? Schnell rolle ich mich wieder auf meine Matte und sitze einige Atemzüge lang einfach da. Kein Schmerz. Das ist gut. Oder doch nicht? Ich beginne mir Sorgen zu machen. Da ich schließlich doch ein Ziehen in meinem oberen Rücken und der Schulter wahrnehme, beschließe ich besser ins Krankenhaus zu fahren. Nach vielen bangen Minuten zum Glück die erleichternde Nachricht: Es ist nichts passiert. Doch mein Arzt warnt mich, das hätte auch anders ausgehen können.

Nun nehme ich mir endlich wieder einmal die Zeit, um in mich zu gehen. Ich frage mich, warum mir das passiert ist. Und die Antwort bekomme ich prompt: Du warst nicht achtsam. Es ist schon fast ironisch. Genau das, was ich meinen Yogis immer und immer wieder predige, habe ich selbst missachtet. Während meiner Praxis war ich zwar physisch auf meiner Matte, doch mit meinen Gedanken überall, nur nicht da wo ich hätte sein sollen: Bei mir selbst.

Auch wenn mir der Schmerz und obendrein etwas Ärger über mich selbst es mir gerade nicht leicht machen, mich aufrecht auf meinem Schreibtischstuhl zu halten, bin ich dennoch mehr als dankbar für dieses Ereignis. Für mich war es wieder mal ein Weckruf, eine Erinnerung daran, worum es beim Yoga wirklich geht. Nämlich nicht darum, den perfekten Handstand zu können, sich scheinbar mühelos in alle Richtungen biegen zu können und mit wunderbaren Bildern auf diversen sozialen Medien virtuellen Applaus zu ernten. Es geht einzig und allein um mich. Wenn ich meine Matte betrete, sollte alles Andere hinten anstehen. Es geht nur um den Moment, um meinen Körper, meine Gesundheit, meine Atmung. Um Achtsamkeit.

Don’t care about how it looks, care about how it feels

Nur das wir uns richtig verstehen: Ich möchte dich mit diesem Beitrag auf gar keinen Fall davon abhalten oder gar abschrecken, Yoga zu üben. Denn ich bin nach wie vor der Meinung, dass es das Beste ist, das man für sich selbst tun kann. Aber ich möchte dich daran erinnern, auf deiner Matte und auch im Leben ganz bei dir zu bleiben. Bewusst im Hier und Jetzt zu sein. Mach das, was sich für dich richtig und gut anfühlt, lege Pausen ein, wenn du sie brauchst und vor allem, hör auf, wenn du Schmerzen hast. Kurzum: Sei achtsam. Mit deinem Körper, mit dir Selbst!

Ich werde mir nun die nächsten Tage wohl eine achtsame Pause gönnen (müssen) und ich wünsche dir, dass du es nun besser weißt als ich und die Signale deines Körpers beachtest, anstatt sie gekonnt zu überhören und dich von deinem Ego tiefer in die Rückbeuge pushen zu lassen.

Shanti mindful vibes,
Sabrina

Sabrina

Sabrina

Sabrina ist Yogalehrerin, Autorin und das Gesicht hinter » Mutwärts «. Sie liebt es, sich kreativ auszutoben, unvergessliche Momente in Bildern und Texten lebendig werden zu lassen und im Herzen der Natur zu leben. Das Thema » Angst « nahm in den letzten Jahren einen wesentlichen Platz in ihrem Leben ein. Wie sie damit umgeht und ihre Grenzen durchbricht möchte sie mit dir auf diesem Blog teilen.
Sabrina

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1 Kommentar

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