Durchspülen und Aufatmen Jala Neti - Die yogische Nasenspülung

Durchatmen

Die Reinigungsübungen, sogenannte Kriyas, werden im Hatha Yoga durchgeführt um den physischen Körper zu reinigen. Im Grunde ist der Körper in der Lage, sich selbst zu reinigen. Durch einige Faktoren, wie etwa Stress oder falsche Ernährung, kann es jedoch dazu kommen, dass dieser nicht alle Schlacken und Schadstoffe ausscheiden kann. Hierbei sollen die Kriyas unterstützend wirken.

In der Hathapradibika, einer wichtigen Yoga-Schrift, werden die sechs wesentlichen Übungen, die sogenannten Shatkriyas, beschrieben:

  1. Tratak
  2. Jala Neti
  3. Kapalabhati
  4. Dhauti
  5. Nauli
  6. Basti

Eine dieser Kriyas, Jala Neti, möchte ich dir heute näherbringen. Ich selbst praktiziere sie jeden Tag im Zuge meiner Morgenroutine.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich zum ersten Mal mit diesen Kriyas in Berührung kam. Vierzig Yogaschüler, die bei strahlendem Sonnenschein auf der Terrasse hinter der Yoga Shala standen und würgend das zuvor getrunkene Salzwasser in die Büsche erbrachen. So ein Anblick brennt sich in deine Gehirnwindungen ein, ob du willst oder nicht. Die eben beschriebene Übung nennt sich Dhauti, dabei handelt es sich um die Reinigung des oberen Verdauungstraktets. Und nein, diese Kriya praktiziere ich nicht täglich, nein, nie.

Dagegen ist Jala Neti, die Nasenspülung, ein richtig angenehmer Spaziergang, wenn auch anfangs etwas gewöhnungsbedürftig.

Wozu ist das gut?

Die yogische Nasenspülung, täglich durchgeführt, reinigt die Nase und unterstützt die Selbstreinigungsfunktion der Nasenschleimhäute. Etwaige Krankheitserreger werden dabei in den Abfluss gespült. Diese Kriya unterstützt dich wesentlich in deiner Yogapraxis, denn sie erleichtert die Atmung, dadurch wird auch die Übung von Pranayama um einiges angenehmer und einfacher.

Wie wird Jala Neti ausgeführt?

Die Nasenspülung wird mit Hilfe eines kleinen, mit einer Kochsalzlösung gefüllten Kännchens, dem Neti Pot, durchgeführt. Diese gibt es in den verschiedensten Ausführungen und Materialien, ich benutze am liebsten eines aus Keramik. Pro Kännchen löse ich ca. einen Teelöffel Salz im lauwarmen Wasser auf. Mit der Zeit bekommt man ein gutes Gespür dafür, wie viel Salz man am besten verwendet (zu wenig Salz brennt oft genauso wie zu viel Salz). Das Kännchen wird an einem Nasenloch angesetzt, der Kopf zur Seite und leicht zurück geneigt, sodass das Wasser aus dem anderen Nasenloch wieder herausfließt. Auch das erfordert ein wenig Übung. Vor allem bei Schnupfen braucht man etwas Geduld, denn da läuft das Wasser nicht sondern bahnt sich tropfenweise den Weg ins Waschbecken. Durch jedes Nasenloch sollte etwa ein halbes Kännchen Salzwasser fließen, dazwischen und danach kräftig schnäuzen.

Auch wenn diese Übung anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist, so ist sie für Viele bald nicht mehr wegzudenken und wird zum täglichen Ritual.

Solltest du unter Atemwegserkrankungen leiden, kläre am Besten mit deinem Arzt ab, inwiefern Nasenspülungen für dich geeignet sind.

Ein passendes Neti Kännchen erhältst du übrigens im ausgewählten Fachhandel, wie beispielsweise bei Yogan.de, oder hier.

Hast du schon Erfahrungen mit Kriyas gemacht? Ich freue mich auf deine Kommentare!

 

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Sabrina

Sabrina

Sabrina ist Yogalehrerin, Autorin und das Gesicht hinter » Mutwärts «. Sie liebt es, sich kreativ auszutoben, unvergessliche Momente in Bildern und Texten lebendig werden zu lassen und im Herzen der Natur zu leben. Das Thema » Angst « nahm in den letzten Jahren einen wesentlichen Platz in ihrem Leben ein. Wie sie damit umgeht und ihre Grenzen durchbricht möchte sie mit dir auf diesem Blog teilen.
Sabrina

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4 Kommentare

  1. Hm, ich habe eine Nasendusche aus der Apotheke, die ich bisher nur bei Schnupfen verwende (da wirkt sie übrigens Wunder!), vielleicht sollte ich das mal regelmäßig ausprobieren. 🙂

    1. Ja, grade bei Schnupfen wirkt so eine Nasenspülung wahre Wunder 🙂 aber es ist echt toll und empfehlenswert das regelmäßig anzuwenden 🙂

  2. Sehr interessant! Ich habe ja überhaupt keine Ahnung von Yoga und wusste gar nicht, dass solche Rituale dazugehören.Besonders jetzt, wo die Schnupfenzeit wieder beginnt und die Nasenschleimhäute von der trockenen Heizungsluft ausgetrocknet werden ist dieses Ritual sicher auch sehr hilfreich, um Erkältungen vorzubeugen!

    1. Ich hatte da vorher auch keine Ahnung, war im ersten Moment ein bisschen abgeschreckt, aber es tut echt gut. Wie du sagst, vor allem jetzt in der Schnupfenzeit, sehr empfehlenswert 🙂

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