Anuloma Viloma – Die Wechselatmung

Anuloma Viloma - Die Wechselatmung


Ohne unseren Atem könnten wir nicht leben, darüber sind wir uns, denke ich, einig. Er fließt von ganz allein, füllt unsere Lungen, lässt unser Herz im Takt schlagen. Wir müssen uns um Nichts kümmern. Wie oft aber atmen wir eigentlich bewusst? Und was macht den Unterschied zwischen bewusster und unbewusster Atmung aus?


Mit Hilfe von Pranayama, also Atemübungen, wird Energie, sogenanntes Prana, sowohl freigesetzt als auch kontrolliert. Über unseren Atem können wir unseren Körper und auch unseren Geist steuern. Versuche einmal deinen Atem ganz genau zu beobachten, wenn du zum Beispiel gestresst bist. Vermutlich atmest du ganz flach und ungleichmäßig in den Brustkorb. Wenn du dir dessen bewusst wirst, versuch deinen Atem umzulenken. Lasse ihn tief in den Bauch strömen, und atme dann so langsam wie möglich wieder aus, bis deine Lunge komplett leer ist. Was kannst du dabei beobachten? Spürst du, wie dein Körper sich entspannt und deine Gedanken zur Ruhe kommen?

Im Yoga glauben wir an die vollkommene Verbundenheit von Atem und Geist. Regelmäßig ausgeführte Atemübungen helfen uns also, unseren Geist zu klären und auf die Meditation vorzubereiten. So beginne ich auch jede meiner Yogastunden mit Pranayama, um meinen Yogis dabei zu helfen, den Gedankenmüll, der sich tagsüber in uns ansammelt, loszulassen und vollkommen im Moment anzukommen.

Die Wechselatmung ist eine der bekanntesten Übungen. Wörtlich übersetzt aus dem Sanskrit heißt Anuloma Viloma: Mit dem Strich, gegen den Strich.

Und so wird sie ausgeführt:

Die Wechselatmung schrittweise erklärt

Setze dich bequem in den Schneider- oder Fersensitz, oder wenn es für dich angenehmer ist, aufrecht auf einen Stuhl mit beiden Füßen fest auf dem Boden. Achte darauf, dass dein Rücken gerade ist. Stell dir vor von der Spitze deines Kopfes zieht dich ein unsichtbares Band nach oben und richtet dich auf. Zieh die Schultern noch einmal hoch zu den Ohren und rolle sie dann nach hinten und unten ab. Spüre, wie sich dadurch dein Brustkorb weiter öffnet. Lasse die Schultern dann entspannt nach unten sinken.

Anuloma Viloma - Die Wechselatmung

Bringe deine linke Hand ins Chinmudra, also lass Daumen und Zeigefinger sich berühren und strecke die restlichen Finger locker aus. Lege die Hand mit dem Handrücken locker auf deinem Oberschenkel ab. Die rechte Hand formt sich zum Vishnu Mudra, bringe dafür deinen Zeige- und Mittelfinger zum Handballen (siehe Bild).

Anuloma Viloma - Die Wechselatmung

Nun beginnt der eigentliche Wechselatemrhythmus. Atme tief durch die Nase ein, verschließe mit dem Daumen der rechten Hand das rechte Nasenloch (siehe Bild) und atme links aus. Zähle dabei innerlich bis acht. Lass dann den Atem auf der linken Seite wieder einströmen, zähle dabei innerlich bis vier. Halte nun den Atem sanft an, verschließe beide Nasenlöcher mit Daumen und Ringfinger. Zähle innerlich bis acht.

Anuloma Viloma - Die Wechselatmung

Und nun öffne das rechte Nasenloch (siehe Bild), lass den Atem sanft ausströmen und zähle wieder innerlich bis acht. Atme rechts ein, zähle bis vier und halte den Atem an, zähle innerlich bis acht. Wiederhole diesen Zyklus mindestens vier mal zu beiden Seiten.

Lege dann beide Hände noch einmal entspannt auf den Oberschenkeln ab und nimm dir noch einen kurzen Moment Zeit, um etwas nachzuspüren. Wie fühlst du dich? Was hat sich in deinem Körper und in deinem Geist verändert?

Vertraue deinem Körper

Versuche deinen Körper während der gesamten Übung ganz genau zu beobachten. Solltest du merken, dass der Atemrhythmus für dich zu schnell oder zu langsam ist und du zwischendrin gerne ein-oder ausatmen würdest, dann passe ihn deinem Körper entsprechend an. Das gilt besonders auch während einer Yogastunde. Der Rhythmus, den dir der Lehrer vorgibt, ist nur ein Anhaltspunkt, dem du aber nicht zwingend folgen musst. Hier gilt: Unterdrücke nie das Bedürfnis deines Körpers, bestimmte Dinge zu tun.


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Anuloma Viloma - Die Wechselatmung in einfachen Schritten erklärt

Sabrina

Sabrina

Sabrina ist Yogalehrerin, Autorin und das Gesicht hinter » Mutwärts «. Sie liebt es, sich kreativ auszutoben, unvergessliche Momente in Bildern und Texten lebendig werden zu lassen und im Herzen der Natur zu leben. Das Thema » Angst « nahm in den letzten Jahren einen wesentlichen Platz in ihrem Leben ein. Wie sie damit umgeht und ihre Grenzen durchbricht möchte sie mit dir auf diesem Blog teilen.
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